Downgrading USA 2011: die Auswirkungen

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09
Aug

Downgrading USA 2011: die Auswirkungen

Gastbeitrag der Sky Finanz AG

Die Herabstufung erfolgte, weil US-Administration zwar neue Schulden aufnehmen musste, jedoch keine Maßnahmen zur Beilegung der US-Konjunktur und keine Berichte für Einsparungen vorlegen konnte. Diese Aufgabe wurde einer „Super-Commission“ übertragen, die bis zum 24.11.2011, Thanksgiving, eine Streichliste für Einsparungen verfassen soll. Schon jetzt wächst die US-Wirtschaft kaum noch und die Zahl der Arbeitslosen wird nach Einschätzung vieler Analysten weiter steigen. Einige Unternehmen aus dem Rüstungsbereich, beispielsweise Lockheed, hatten Entlassungen bereits angekündigt.

  • Noch mehr Schulden aufnehmen zu müssen ist das Ergebnis des „Deal“ und bedeutet nichts anders, als dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die in Umlauf zu bringende Geldmengen drastisch erhöhen muss. Zudem verlieren zunehmend andere Staaten ihre Geduld und verkaufen ihre Devisenbestände an USD aus Angst vor einer schleichenden Geldentwertung. Russland versicherte zwar die dort befindlichen Dollarbestände weiterhin halten und aktuell nicht abstoßen zu wollen. China hält zurzeit als größter Gläubiger der USA Dollarreserven Chinas in Höhe von 3,2 Billionen USD (Stand: zweites Quartal 2011). Andererseits sind es vor allen Dingen die Banken, die selbst erheblich verunsichert sind und mit strategischen Aufkäufen am Markt ihre Goldreserven erhöhen. Insbesondere Staaten wie China, Russland, Mexiko und Süd-Korea haben einen Teil der Währungsreserven in Gold diversifiziert. Gold rein – Dollar raus aus den Tresoren lautet die Devise. Mexiko hat bereits eine Aufstockung seiner Goldbestände im Wert von mehr als 4 Milliarden Dollar gemeldet und die koreanische Zentralbank den Ankauf von rund 25 Tonnen Gold bekannt gegeben. Nach Meinung aller Finanzexperten spielt die Psychologie an den Kapitalmärkten eine entscheidende Rolle und die Psyche von Anlegern und Staaten hat kaum noch Vertrauen in die amerikanische Leitwährung.

  • Die USA müssen den Gläubigern ihrer Staatsanleihen die Auszahlungsfähigkeit sichern. Die Risikoaufschläge für amerikanische Anleihen steigen jedoch als Folge der Herabstufung auf AA. Die US-Notenbank wird sehr wahrscheinlich im großen Umfang Staatspapiere aufkaufen müssen und auch hierfür zusätzlich die Geldmengen, die die Fed in Umlauf bringen wird, erhöhen. Genau dies wollte die Fed vermeiden, als sie das zweite Ankaufprogramm von Staatsanleihen („Quantitative Easing 2“) über 600 Milliarden Dollar wie geplant Ende Juni 2011 hat auslaufen lassen. Damit leistet sie ungewollt oder notgedrungen der Inflation und Abwertung des USD Vorschub. „Die Fed sollte eine dritte Runde von Anleiheankäufen („Quantitative Easing 3“) erwägen, jedoch nur, wenn die Inflation zurückgeht, verglichen mit den jüngsten erhöhten Raten und wenn die Wirtschaft sich weiter unterdurchschnittlich entwickelt“, sagten der ehemalige Fed-Vize Donald Kohn und der einstige Fed-Direktor für geldpolitische Angelegenheiten, Brian Madigan, dem Wall Street Journal.

  • Pensionsfonds oder Versicherungen, die nur in Anlagen mit besten Ratings (AAA) investieren, werden jetzt Umschichtungen vornehmen und Anleihen verkaufen. Dies wird die Anleihekurse drücken und die Renditen steigen lassen. Ein weiteres Problem sind die rund 2,6 Billionen Dollar, die in US-Geldmarktfonds angelegt sind und die Besonderheit haben, dass es sich hierbei um täglich liquidierbaren Fonds handelt. Ein kurzfristiger Abzug großer Teile dieses Anlagevermögens und die daraus resultierende Abwärtsspirale von Kursverlusten und Mittelabzügen könnten zu einer Wiederholung der Finanzkatastrophe 2008 (Stichwort: Zusammenbruch des Interbanken-Handel) führen.

Der USD verliert drastisch an Wert, weil der Staat nicht mehr genug Gläubiger findet, die seine Schulden finanzieren. Die G-8 Staaten müssen jetzt einen Handlungsrahmen für das Szenario abstimmen, falls Notfallpräventionspläne der US-Notenbank sowie die in Umlauf zu bringende Geldmengen der USA nicht mehr ausreichen sollten, den Dollar zu stabilisieren. Die Lage ist dramatisch. Allein innerhalb weniger Tage wurden infolge des Kurseinbruchs an den internationalen Börsen laut MSCI) eine Summe vernichtet, die der Wirtschaftsleistung Frankreichs entspricht: etwa 2,5 Billionen Dollar.

Zwar bemühen sich derweil die Politiker der Industriestaaten um eine Entspannung der verfahrenen Situation, jedoch überzeugt weder die hilflos anmutende Stellungnahme des US-Finanzministeriums, die von einem „Berechnungsfehler“ der Rating-Agentur S&P spricht, noch können, die Tatsachen einer andauernden Kapitalflucht in Edelmetalle und Rohstoffderivate, insbesondere in Gold, ignoriert werden. Heute, 08.08.2011, kostete die Feinunze Gold am Morgen erstmals mehr als 1.700,00 US-Dollar. Das Allzeithoch liegt nun bei 1.715,00 USD.

Die US-Administration handelt erst nach Abschlussbericht der Expertenkommission von Wirtschaftssachverständigen am 14.11.2011. Die US-Ökonomie ist in schlechter Verfassung. Bereits 2010 lagen die Verbindlichkeiten der Industriestaaten erstmals so hoch wie ihre eigene Wirtschaftskraft. US-Präsident Barack Obama will den schwer angeschlagenen US-Haushalt mit Einsparungen sanieren und dabei auf Steuererhöhungen verzichten. Die Anleger, Kreditinstitute, Versicherungen und Fonds werden zunehmend skeptischer, die Risikoprämien steigen. Die Währung wird als politisches Druckmittel und Waffe eingesetzt. China ist der größte Gläubiger der USA und droht nicht nur damit, das Engagement in amerikanischen Staatsanleihen zurückfahren zu wollen. Die Volksrepublik hält US-Staatsanleihen im Wert von mehr als einer Billion USD und 1,152 Billionen USD an Schatzanleihen (Stand: April 2011). „Sollte China die Dollarreserve in Höhe von 3,2 Billionen USD abstoßen und auf den Markt werfen, würde dies mit einem Schlag die ungesicherte Geldmenge erhöhen und die Inflation der US-Währung weiter anheizen“, berichtet Sandro Valecchi vom Team SKY FINANZ AG. Finanzen-Weltweit.de bleibt dran und berichtet über weitere, aktuelle Ereignisse.

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