Wenig Gold, viele Risikoprodukte und viele Stimmen

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20
Aug

Wenig Gold, viele Risikoprodukte und viele Stimmen

Gastbeitrag der Sky Finanz AG

„Gold erfüllt eine doppelte Funktion“, erklärt Carsten D. Eilers, Vorstandsvorsitzender von SKY FINANZ AG: „Es bewahrt das Vermögen nicht nur vor Entwertung durch die Geldpolitik der Notenbanken, sondern dient auch als Schutz vor unkalkulierbaren Risiken, wie sie sich etwa in der internationalen, weltweiten Schuldenkrise manifestieren. Die Märkte halten nur bestimmte Mengen dieses Edelmetalls zum Verkauf. Die Goldreserven sind begrenzt. Das wenige Gold steht einer aktuell sehr hohen Nachfrage entgegen.“

Für Analysten kann derzeit nicht von einer sogenannten „Blase“ gesprochen werden, Gold ist nicht überkauft. Die Angst vor Ausfällen und Inflation treibt die Anleger zwar immer noch um. In Schweizer Franken gerechnet, hat der Goldpreis beispielsweise noch nicht das Hoch aus den vergangenen zwei Jahren erreicht. Franken und Gold sind aktuell die Krisenwährung. Eine kurzfristige Korrektur, etwa wegen technischen Gründen um bis zu 10 % ist aber in den nächsten Monaten möglich. Insoweit ist das Risiko überschaubar.

Nur in einer Krise, in der das Vertrauen unter den Marktakteuren zusammenbricht und händeringend Liquidität gesucht wird, könnte auch der Goldpreis unter Druck kommen. Das war 2008 der Fall, das Edelmetall verlor aber weit weniger als andere Anlageklassen. Zudem notierte Gold zum Jahresende 2008 bereits wieder so hoch wie zu Jahresbeginn. Gold wird zur Beimischung für Depots empfohlen und ist Dauerthema für US-Amerikaner als Inflations-Hedge sinnvoll.

Hedgefonds-Manager John Paulson, Besitzer des größten virtuellen Goldschatzes in den USA, glaubt weiterhin an das gelbe Edelmetall. Paulson hält 31,5 Millionen Anteile an dem ETF, was ihm das Recht einräumt, sich auf Zuruf 89,3 Tonnen Gold liefern zu lassen. Der Gesamtwert dieses virtuellen Goldschatzes dürfte etwa 4,6 Milliarden USD umfassen. Analysten beobachteten, ob Paulson seine Anteile verkauft. Andere Hedgefonds-Manager, beispielsweise George Soros, haben ihre Positionen im SPDR Gold Trust abgestoßen, im Fall Soros war dies übereilt geschehen, was den Gewinn um mehrere hundert Millionen USD geschmälert hat. Das Stillhalten von Paulson wird an den Goldmärkten als Vertrauensbeweis in die laufende Gold-Rally interpretiert.

Eine Kalkulationsspanne für den Goldpreis anzugeben ist spekulativ, weder Banken noch Analysten wollen sich festlegen lassen. Realistisch werden 1.800,00 bis 1.900,00 US-Dollar zum Jahresende sein, laut JP Morgan vielleicht sogar bis zu 2.500,00 USD pro Feinunze. Die volatile Vielstimmigkeit begann bereits zum Jahresanfang: „Für 2011 sehen wir den Goldpreis bei einem Jahresdurchschnitt von 1.350,00 Dollar und für 2012 bei 1.425,00 USD pro Feinunze“, sagte Analystin Dora Borbély, Deka Bank.

  • Risikoprodukt Gold beim Kurs von 1.800,00 USD? Der Goldpreis hat noch Potenzial. Vor allem weil die Unsicherheiten an allen internationalen Finanzmärkten bleiben. Die internationalen Staatsschuldenkrisen (Staatsanleihen) sind noch längst nicht vorbei oder ausgestanden. Die Banken kaufen zum Aufstocken ihrer Reserven gleich tonnenweise Gold vom Markt. Solange die Devise lautet „Bargeld raus aus den Tresoren – und Gold rein“ hält der Goldpreis sein Preisniveau mit dem Trend zum weiteren Kursanstieg. Wenn sich die Makroökonomie wieder beruhigt, sollten Goldinvestoren vorsichtig werden. Zwar sind wir aktuell davon weit entfernt. Anleger sollten dennoch Preisrückgänge beim Gold jederzeit einkalkulieren.

  • Risikoprodukt Index-Zertifikat auf JPMCCI Gold Total Return Index? Bitte beachten Sie, dass bei einer Investition in diese Produkte keine laufenden Erträge anfallen. Die Produkte sind nicht kapitalgeschützt, im ungünstigsten Fall ist sogar ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Bei nicht währungsgesicherten Produkten trägt der Anleger zusätzlich das entsprechende Währungsrisiko. Managementgebühr und Quanto-Zinssatz mindern den Zertifikatswert. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten bzw. der Garantin droht dem Anleger ein Geldverlust.

  • Risikoprodukt Goldminen? Diese Produkte eignen sich in erster Linie für spekulativ orientierte Anleger, die auch stärkere Wertschwankungen ertragen können. So brach beispielsweise der Index der Goldminen-Aktien (AMEX Gold Bugs) 2008 um bis 70 % ein. Wer mit einem Goldinvestment in erster Linie Risiken absichern will, sollte daher besser einen Bogen um dieses hochvolatile Segment machen.

  • Risikoprodukt Optionsscheine „Monster-Calls“ ? Höchstrisiko: „Monster-Calls“ mit Laufzeiten bis Ende 2015 und Basispreisen von bis zu 5000 Dollar. Das heißt in der Praxis: Der Preis der Scheine steigt bis zu 20-mal stärker als der Goldpreis – umgekehrt folgt er fallenden Metallpreisen natürlich überproportional nach unten. Wenn der Goldpreis bis zum Laufzeitende nicht über die Basis klettert, verfällt der Schein wertlos. Darum geht es aber auch nicht, sondern darum, an zwischenzeitlichen Schwankungen zu verdienen. Es ist ein Höchstrisiko, gepaart mit einer hohen Chance. Die Royal Bank of Scotland hat diesen ultimativen „Wettschein“ im Portfolio. Ähnliche Produkte bieten andere Zertifikate-Emittenten wie Deutsche Bank oder Commerzbank ebenfalls, wenn auch nicht so „monströs“.

„Mit klassischem, physischen Gold (Unze, Barren) konnten Anleger ja fast 40 % Gewinn in etwas mehr als gerade mal vier Monaten generieren, ohne dabei das Glück und das Risiko überzustrapazieren“, berichtet der Vorstandschef von SKY FINANZ AG, Carsten D. Eilers. SKY FINANZ empfiehlt: kaufen Sie stets nur Finanzprodukte, deren Struktur Sie verstehen und lassen Sie sich beraten.

 

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4 Kommentare zu diesem Beitrag. to “Wenig Gold, viele Risikoprodukte und viele Stimmen”

  1. Stefan Wehmeier sagt:

    Der endgültige Zusammenbruch (globale Liquiditätsfalle)

    Die Unvermeidbarkeit einer erneuten Schrumpfung der Weltwirtschaft ergibt sich zwingend aus der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz, die sich seit dem Beginn der „Finanzkrise“ keinesfalls verringert hat, sondern sowohl innerhalb der Nationalstaaten als auch zwischen den Staaten unvermindert anhält. Der dadurch bedingte Kaufkraftverlust der breiten Masse führt insbesondere in den Zinsverlierer-Staaten zu immer mehr Massenarmut und Hungersnöten. Das wird allerdings nicht der Auslöser für den Zusammenbruch sein, sondern genau wie im Herbst 2008 ein Vertrauensverlust der Anleger in den Kapitalmarkt, der bereits begonnen hat.

    Als das Vertrauen der Anleger vor drei Jahren erschüttert wurde, bestand immer noch Vertrauen in die Haushalte der Industrienationen, sodass viele Sparer in den „sicheren Hafen“ der Staatsanleihen flüchteten, was die hohe Politik wiederum in die Lage versetzte, die Geschäftsbanken mit staatlichen Bürgschaften abzusichern und „Konjunkturpakete“ zu finanzieren, um das kapitalistische System bis heute aufrecht zu erhalten. Der Bundesrepublik Deutschland geht es deshalb noch verhältnismäßig gut, weil sie als größte und exportstärkste Volkswirtschaft der größte Zinsgewinner innerhalb der Euro-Zone ist und sich seit Einführung des Euros auf Kosten einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse in den schwächeren Mitgliedsstaaten (Portugal, Irland, Griechenland, Spanien) einigermaßen gesund erhalten konnte. Als kaum zu vermeidende Gegenreaktion wurden die deutschen Steuerzahler von der hohen Politik dazu gezwungen, für Hilfskredite an die überschuldeten Mitgliedsstaaten zu bürgen.

    Heute gibt es keinen „sicheren Hafen“ mehr für die Anleger, denn auch die Staatsanleihen gelten nicht mehr als sicher! Weitere staatliche „Konjunkturpakete“ sind nicht mehr zu finanzieren, es kommt zu Bank-Runs, Massenentlassungen, allgemeiner Hoffnungslosigkeit, einem fortschreitenden Zusammenbruch der globalen Arbeitsteilung in rasendem Tempo, während die hohe Politik bis zur totalen Handlungsunfähigkeit gelähmt wird. Das wird nicht irgendwann passieren, sondern innerhalb der nächsten Monate:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/08/666-tage.html

    Die globale Liquiditätsfalle (Armageddon) ist die Voraussetzung dafür, dass der kollektive Wahnsinn der Religion (Rückbindung auf den künstlichen Archetyp Jahwe = Investor) überwunden und der eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation, die Natürliche Wirtschaftsordnung (Marktwirtschaft ohne Kapitalismus), verwirklicht werden kann:

    http://www.deweles.de/willkommen/cancel-program-genesis.html

  2. David sagt:

    Der Herr Wehmeier…..Warum gibt es Blogadmins, die seine Kommentare freigeben?

    Aber gut, zurück zum Thema:
    Ich kann dem Fazit von Herr Eilers nur zustimmen: „Kaufen Sie stets nur Finanzprodukte, deren Struktur Sie verstehen und lassen Sie sich beraten.“

  3. Eugen Grinschuk sagt:

    Gold ist eine sehr gute Geldanalge. So sicher und Transparent wie Gold ist keine andere Geldanlage. Ich für meinen Teil kann es nur empfehlen eine gewissen Summe in Gold zu investieren. Egal ob Einmalanlage oder ratierlich, je nachdem wie viele finanzielle Mittel man zur Verfügung hat.

  4. Simon sagt:

    Ich weiß nicht. In letzter Zeit hört man doch immer häufiger, dass auch die Gold und Silberpreise schwanken, bzw. fallen. Als so sicher seh ich diese gar nicht mehr an.

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